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Trauer um Ottilie Settele PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Maria Ingerl   
Montag, den 01. September 2014 um 15:18 Uhr

Ottilie

 

Ottilie Settele ist am 19.09.1927 in Bački Brestowatz als Tochter der Kleinbauern Martin und Klara Patzek geboren. Ihre Kindheit und Jugend war nicht auf Rosen gebettet, was ihre Ausbildung und die frühe Bekanntschaft mit harter Arbeit betrifft; immerhin stellte die geordnete Welt des Dorfes ein zuverlässiges Gerüst dar – ein Schicksal, das sie mit vielen Donauschwäbinnen teilte.
Im Spätjahr 1944 brach die Weltgeschichte über sie herein: Wie ca. 12000 Jugoslawiendeutsche wurde sie in den Donbass zur Zwangsarbeit deportiert.
Sie gehörte zu den glücklichen Überlebenden und landete nach einigen Irrfahrten in Münchens Kistlerhoflager. Dort lernte sie ihren späteren Mann, Paul Settele aus Stanischitsch, kennen und heiratete ihn am 19.11.1949.
Nicht lange nach der Geburt ihrer Tochter, Resi, am 01.02.1952, bezog die Familie mit der Oma Patzek eine Wohnung in Ramersdorf, aber wir müssten nicht von Donauschwaben reden, wenn nicht schon das Häuschen, später Haus, mit Garten im Blickfeld gestanden hätte: Seit 1956 wohnen die Setteles in Waldperlach. Dieses Ziel wurde – wiederum typisch - durch heute kaum mehr vorstellbare Selbstdisziplin, Bereitschaft zu schwerer Arbeit (Ottilie bleibt uns hier ein leuchtendes Beispiel) und tatkräftige Hilfe von Landsleuten erreicht; keinesfalls bedeutete politische Unterstützung (Stichwort „Lastenausgleich“) ein gemachtes Bett. Aber Ottilie „hatte ja Übung“: Bis zu ihrer Verrentung 1977 hatte sie zunächst im Haushalt und dann am Fließband gearbeitet, von der Jugendzeit ganz zu schweigen. Danach stellte sie jahrelang ihren „Grünen Daumen“ unter Beweis und pflegte mit viel Liebe und Ausdauer ihren Garten, bei schwereren Arbeiten unterstützt von ihrem Mann. Daneben führte sie vorbildlich ihren Haushalt.  Viel Zeit und auch Schneidergeschick ließ sie ihren Enkelkindern zukommen, deren Weltsicht durch die erweiterte „Brutpflege“ wohl kaum Schaden nahm, im Gegenteil…  Es war ihr die große Freude vergönnt, die Hochzeiten ihrer Enkel und die Geburt ihrer Urenkelin mitzuerleben. 
Ein zweites Standbein in Ottilies Leben waren die Donauschwaben: Verwandtenbesuche, Bälle, Treffen, Wallfahrten, Begräbnisse, Fahrten in die alte Heimat und allerhand praktische Beiträge zum Leben im Haarer Haus der Donauschwaben – Spuren, die noch lange erkennbar bleiben mögen!

Jetzt ist sie, gesundheitlich immer stärker eingeschränkt, ihrer tödlichen Erkrankung am 28.08.2014 erlegen. Friede ihrer Seele!

 


 

 


                                                                                                   

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 25. November 2014 um 10:53 Uhr
 


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