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Mit den „Ulmer Schachteln“ begann die Reise auf der Donau, dem 2900 Kilometer langen europäischen Schicksalsstrom. Die Donauschiffart reichte damals von Ulm bis Belgrad. Reisegefährt waren auch die sogenannten „Kelheimer Plätten“.
Das im Mittelalter entstandene ungarländische städtische Deutschtum war zur Zeit der türkischen Herrschaft und der Türkenkriege untergegangen. Aber als die ersten donauschwäbischen Kolonisten bei dem damals noch nicht mit Pest vereinigten Buda (Ofen) Rast machten, war die Stadt bereits seit vierzig Jahren wieder mit deutschen Bürgern besiedelt. Nach der Befreiung Ungarns von der Türkenherrschaft wurden die Städte Pannoniens als Stützpunkte militärischer und wirtschaftlicher Entfaltung hauptsächlich von deutschen Handwerkern und Wirtschaftstreibenden wieder aufgebaut.
Bis 1800 lebte rund die Hälfte der Donauschwaben in den Städten. Die meisten dörflichen Siedlungen der Donauschwaben wurden als geschlossene Dörfer geplant und in regelmäßigen Quadraten angelegt. Die Siedlungshäuser wurden buchstäblich aus dem Boden gestampft. Den Dachstuhl lieferten oft die zerlegten Schiffe. Steppengras und Schilfrohr dienten als Dach. Die Hofkämmerei in Wien genehmigte zwei Formen von Häusern, ein Bauernhaus mit Küche, Stube und Kammer und ein kleineres für die Handwerker, die „Kleinhäusler“. Erst zur Zeit des dritten großen Schwabenzuges gehörten Vorratskammern und Stallungen zum amtlich vorgesehenen Hausplan.
Der englische Geograph Panton bereiste im 19. Jahrhundert die Länder des mittleren Donauraums. Er hinterließ das eindrucksvolle Wort:
„Das Banat ist die Kornkammer nicht allein Ungarns, sondern des österreichischen Kaiserreiches. Man kann bis an das Delta des Nil reisen, um ein von der Natur so bevorzugtes Land zu finden.“
Im und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Weg der Donauschwaben zur Passion, die Flucht zum „umgekehrten Schwabenzug“. Die in der Heimat Verbliebenen starben in großer Zahl in Titos Hunger- und Vernichtungslagern. Totale Entrechtung und Enteignung war das Los der Deutschen.
Heute leben die geflüchteten Donauschwaben in fünfzehn Staaten in aller Welt. Etwa 500 000 sind in Deutschland, rund 350 000 in den USA, gegen 120 000 in Österreich. Viele Landsleute haben sich auch in Frankreich, Südamerika und Australien eine neue Existenz aufgebaut. Ihnen allen bleibt die Heimat tief ins Herz geschrieben.
Gustl Huber
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