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Im neuen deutschen Stamm der Donauschwaben sind im Verlauf der Geschichte aller Kolonisten ohne Rücksicht auf ihren Herkunftsbereich aufgegangen. Wie die Einwanderung selbst, vollzog sich auch die Bildung eines Gruppenbewusstseins unter diesen Menschen in einem langen Zeitraum. In Mundart und Tracht, Sitte und Brauchtum gab es Verschiedenheiten, die sich erst allmählich anglichen und Unterschiede überbrückten.
Die Bezeichnung „Donauschwaben“ fand erst nach dem Ersten Weltkrieg allgemeine Verbreitung. Freilich waren die deutschen Siedler auch früher schon unter dem Namen „Schwaben“ zusammengefasst worden. Die Madjaren und Slawen nannten sie so, und sie selbst übernahmen weitgehend diese Bezeichnung.
Der Siedlungs- und Lebensraum der Donauschwaben umfasst hauptsächlich den westlichen und südlichen Teil des pannonischen Beckens; dies ist der überwiegend ebene Teil des Donau-Karpatenraumes, der bis 1918 die östliche Hälfte der österreichisch-ungarischen Monarchie bildete. An den Rändern des Beckens haben wir Berglandschaften, daran schließen sich ausgedehnte Hügellandschaften an. Am umfangreichsten ist aber die Lößlandschaft in der Tiefebene. Entlang den Wasseradern erstreckt sich ein breites Niederungsland, das im Süden zwischen Donau und Theiß seine größte Ausdehnung besitzt.
Das gesamte Siedlungsgebiet im Donau-Karpatenraum zählte um 1918 über 1,5 Millionen Deutsche.
Die Siedler kamen kraft der kaiserlichen Ansiedlungspatente als „freie und unmittelbar kaiserlich-königliche Untertanen auf ewige Zeiten“ in die pannonischen Landschaften. Während die feudale Rechtsstruktur Ungarns nur Adelige und Leibeigene kannte, wurden die deutschen Siedler mit Bürgerrechten ausgestattet, und dies schon lange vor der Französischen Revolution. Im Banat und in der Batschka waren die meisten Siedler in den Gebieten der sogenannten „Militärgrenze“ Untertanen der Wiener Hofkammer, in der durch Drau, Donau und Plattensee begrenzten „Schwäbischen Türkei“ unterstanden sie toleranten und aufgeklärten Adeligen. Sie hatten Eigentum an Grund und Boden, Heirats- und Berufsfreiheit sowie „Freizügigkeit“ also Bewegungs- und Siedlungsfreiheit. Sie waren selbständige und freie Staatsuntertanen – die ersten freien Reichsbauern.
Die versprochenen Freiheiten lockten die Ansiedler ins Donauland. Habsburgische Werbeemissäre durchzogen zunächst das vorderösterreichische Schwaben. Der wichtigste Sammelpunkt der Kolonisten war die freie Reichsstadt Ulm. Die Siedler, der grundherrschaftlichen Lasten und der vielen Franzosenkriege müde, kauften sich von der Leibeigenschaft los und veräußerten ihr Gut. Sie waren in ihrer Mehrzahl vor allem Handwerker und Bauern. weiter...
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